08.07.2020
Wirtschaftsförderung Arnsberg

Personalkosten

 

Hilfen vom Bund:

Kurzarbeitergeld

Erleiden Firmen in Deutschland durch die Folgen von Corona Auftragsengpässe, ist dafür ein Ausgleich über Kurzarbeitergeld (KUG) möglich.

Am 13. März 2020 haben Bundestag und Bundesrat angesichts der Corona-Krise eine umfangreiche Anpassung des Kurzarbeitergeldes zugunsten der Unternehmen beschlossen, die ab dem 1. April 2020 (eventuell auch rückwirkend ab dem 01.03.2020) gelten soll. Befristet ist die Maßnahme bis zum 31.12.2021.

Neben der Beratung durch die Agentur für Arbeit Meschede-Soest können sich Betroffene auch an die Regionalagentur Hellweg-Hochsauerland wenden (Tel.: 0291 30499 Frau Rode-Schäffer oder Mobil: 0171 1850812 Herr Henke).

Wichtig: Die Anzeige von Kurzarbeit erfolgt im Bedarfsfall weiterhin ausschließlich bei der zuständigen Agentur für Arbeit.

Die Agentur für Arbeit Meschede-Soest weist auf Ihre Pressemitteilung Nr. 39/20 vom 02.04.2020 hin:

Nehmen Beschäftigte während des Bezugs von Kurzarbeitergeld eine Nebentätigkeit auf, wird das daraus erzielte Entgelt auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Neu ist dazu: Bei Aufnahme einer Nebenbeschäftigung in einem systemrelevanten Bereich bleibt das Nebeneinkommen in der Zeit vom 01.04.2020 bis 31.10.2020 anrechnungsfrei. Dabei darf das normale Nettoeinkommen nicht überstiegen werden.
 
Systemrelevante Branchen oder Berufe sind zum Beispiel:

  • medizinische Versorgung, ambulant und stationär, auch Krankentransporte
  • Versorgung von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen mit Lebensmitteln, Verbrauchsmaterialen
  • Versorgung mit unmittelbar lebenserhaltenden Medizinprodukten und Geräten
  • Versorgung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln
  • Labordiagnostik
  • Apotheken
  • Landwirtschaft
  • Güterverkehr zum Beispiel für die Verteilung von Lebensmitteln an den Groß- und Einzelhandel
  • Lebensmittelhandel – zum Beispiel Verkauf oder Auffüllen von Regalen
  • Lebensmittelherstellung
  • Lieferdienste zur Verteilung von Lebensmitteln

Wenn die Nebentätigkeit schon vor Beginn der Kurzarbeit durchgeführt wurde, ergeben sich keine Auswirkungen, erfolgt also keine Anrechnung auf das Kurzarbeitergeld.
 
Neu ist im Übrigen auch der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld (befristet bis 31.12.2020): Rückwirkend zum 1. März können Betriebe Kurzarbeitergeld nun bereits nutzen, wenn zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Bislang musste das ein Drittel der Arbeitnehmer sein. Außerdem wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.

*Update vom 19.06.2020*  Erstattung von Kurzarbeitergeld rechtzeitig beantragen (Pressemitteilung Nr. 49/20 vom 18.06.2020):

Rund 90 Prozent der Unternehmen haben erstmalig mit Kurzarbeit zu tun und daher wenig Erfahrung mit dem Verfahren und der Abrechnung des Kurzarbeitergeldes.

Wichtig dabei ist, dass die monatliche Abrechnung des Kurzarbeitergeldes und die Beantragung der Erstattung einschließlich der Sozialversicherungsbeiträge bei der Agentur für Arbeit innerhalb von drei Monaten durch die Arbeitgeber erfolgen muss. Konkret heißt das: Unternehmen, die für den Monat März Kurzarbeit angezeigt hatten, müssen bis spätestens 30. Juni 2020 die Abrechnung für diesen Monat erstellen und bei der zuständigen Agentur für Arbeit die Erstattung beantragen.

Entscheidend ist das Eingangsdatum der Unterlagen. „Es handelt sich dabei um eine Ausschlussfrist!“, so Oliver Schmale, Chef der Arbeitsagentur Meschede-Soest. „Anträge die später eingehen, können leider nicht mehr berücksichtigt werden und es erfolgt dann keine Zahlung des Kurzarbeitergeldes.“
Für jeden Abrechnungsmonat gilt weiterhin die sogenannte 10%-Regelung: Mindestens 10% der Mitarbeiter müssen mindestens 10% Entgeltausfall gehabt haben. Sollte sich die Auftragslage bei Betrieben verbessern und diese Quote in einem Monat nicht erfüllt sein, ist keine Erstattung des Kurzarbeitergeldes möglich und somit für diesen Monat kein Erstattungsantrag bei der Agentur für Arbeit erforderlich.


Arbeitgeber haben verschiedene Möglichkeiten, ihre Erstattungsanträge für das Kurzarbeitergeld an die zuständige Agentur für Arbeit zu senden: Entweder bequem über die Kurzarbeit-App oder online über www.arbeitsagentur.de/kurzarbeitergeld-dokumente-hochladen

Die Kurzarbeit-App gibt es im Google Play Store oder im App-Store. Weitere Informationen zum Kurzarbeitergeld gibt es online unter www.arbeitsagentur.de/kurzarbeitergeld. 

Arbeitnehmer können die Agentur für Arbeit Meschede-Soest darüber hinaus unter 02921 - 106 200 erreichen.

Arbeitgeber wenden sich direkt an ihren persönlichen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service oder die bundesweite Hotline: 0800 4 5555 20.

Die wichtigsten Infos der Bundesagentur für Arbeit im Überblick (pdf-Dokument) hier.

 

Hilfen vom Land NRW:

Entschädigung für Personalkosten bei von Quarantäne betroffenen Beschäftigten

Sollte wegen des Corona-Virus ein Tätigkeitsverbot (z.B. Quarantäne) ausgesprochen werden, kann eine Entschädigung beantragt werden. Zuständig für die Stadt Arnsberg ist der Landschaftsverband Westfalen Lippe.

Kontakt zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Herr Tölle: 0251 591-8218
Frau Volks: 0251 591-8411
Herr Konopka: 0251 591-8136

Hier finden Sie weitere Informationen:

https://www.corona-infos.lwl.org/de/#entschadigung-fur-verdienstausfall-bei-quarantane

https://www.lwl-soziales-entschaedigungsrecht.de/de/

 

Hilfen vom GKV-Spitzenverband:

Alle von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen können sich kurzfristig die Sozialversicherungsbeiträge für den Monat April 2020 stunden lassen.
 
Um die Beiträge stunden zu lassen, müssen sich die betroffenen Unternehmen rechtzeitig formlos unter Bezug auf Notlage durch die Corona-Krise und Paragraph § 76 SGB IV direkt an ihre jeweils zuständigen Krankenkassen wenden, die
ihre Sozialversicherungsbeiträge erhebt.
 
Ein Musterformular gibt es hier zum Download.
https://www.bvmw.de/themen/coronavirus/downloads/
 
Derzeit ist die Regelung der Stundung auf die Monate März und April begrenzt.

Eine Stundung der Beiträge ist allerdings grundsätzlich nur dann möglich, wenn man alle anderen Maßnahmen aus den Hilfspaketen der Bundesregierung  ausgeschöpft hat.